Vitamin D3 & K2 : Wissenschaft und Wirkung

  • Der Schriftzug 'Vitamin D3' aus weißen Kapseln auf gelbem Hintergrund

    Die Wissenschaft hinter Vitamin D3 und Vitamin K2

    Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin K2 (Menachinon) sind beide fettlösliche Vitamine, deren Zusammenspiel in den letzten Jahren zunehmend im Fokus der Ernährungswissenschaft steht. Vitamin D3 kann der Körper zwar unter ausreichender UVB-Sonneneinstrahlung selbst in der Haut bilden, in nördlichen Breitengraden und insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten reicht die körpereigene Produktion jedoch bei einem Großteil der Bevölkerung nicht aus. Vitamin K2 muss – ähnlich wie andere essenzielle Nährstoffe – regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden, da die körpereigene Bildung durch die Darmflora allein meist nicht ausreicht.

  • Tafel mit der Aufschrift 'Vitamin K' umgeben von Kürbiskernen, Kiwi, Karotten, Erbsen, weißen Bohnen und grünem Gemüse

    Vitamin D3 und Vitamin K2 im Überblick

    Vitamin D3 (Cholecalciferol): die Form von Vitamin D, die in sonnenlichtexponierter Haut gebildet oder über fetten Fisch, Eigelb und angereicherte Lebensmittel aufgenommen wird. Sie wird in Leber und Niere zur biologisch aktiven Form umgewandelt.

    Vitamin K2 (Menachinon): kommt in verschiedenen Unterformen vor, u. a. als kurzkettiges MK-4 und langkettiges MK-7, das aus fermentierten Lebensmitteln wie Natto stammt oder synthetisch hergestellt wird und sich durch eine deutlich längere Verweildauer im Blut auszeichnet.

    Calcium: kein Vitamin, aber der zentrale Mineralstoff, dessen Aufnahme und Einlagerung durch das Zusammenspiel von D3 und K2 reguliert wird.

  • Röntgenbild-Darstellung eines Kniegelenks mit rot markiertem Bereich, zwei Hände umfassen das Knie

    Knochenstoffwechsel und Calciumhaushalt

    Der Zusammenhang zwischen Vitamin D, Vitamin K und dem Knochenstoffwechsel zählt zu den am besten dokumentierten Wirkfeldern beider Vitamine. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bestätigt, dass Vitamin D zur normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor, zur Aufrechterhaltung normaler Blutcalciumspiegel sowie zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne beiträgt. Vitamin K wiederum trägt laut EFSA zur Erhaltung normaler Knochen bei.

    Auf zellulärer Ebene ergänzen sich beide Vitamine: Vitamin D erhöht die Aufnahme von Calcium aus dem Darm ins Blut, während Vitamin K2 als Cofaktor für die Carboxylierung von Osteocalcin dient – einem Protein, das freies Calcium aktiv in die Knochenmatrix einbaut.

  • Rückenansicht einer Frau mit erhobenem, muskulös definiertem Arm vor braunem Hintergrund

    Muskel-, Immun- und Zellfunktion

    Neben dem Knochenstoffwechsel ist Vitamin D an weiteren physiologischen Prozessen beteiligt. Die EFSA hat bestätigt, dass Vitamin D zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion, zur normalen Funktion des Immunsystems sowie zum normalen Ablauf der Zellteilung beiträgt. Bei älteren Menschen mit eingeschränkter Standfestigkeit und Muskelschwäche wurde zudem ein Beitrag von Vitamin D zur Verringerung des Sturzrisikos wissenschaftlich anerkannt.

  • Tic-Tac-Toe-Muster aus weißen Kapseln und Orangenspalten auf hellblauem Hintergrund

    Warum Vitamin D3 und Vitamin K2 gemeinsam betrachtet werden

    In den vergangenen Jahren rückte zunehmend in den Fokus, wie Vitamin D und Vitamin K2 im Calciumstoffwechsel zusammenwirken. Der Grundgedanke: Eine hochdosierte Vitamin-D-Zufuhr steigert die Calciumaufnahme aus dem Darm – ob dieses zusätzliche Calcium jedoch in den Knochen eingebaut wird oder sich in Weichgewebe und Gefäßwänden ablagert, hängt maßgeblich von ausreichend aktiviertem Osteocalcin und damit von der Vitamin-K2-Versorgung ab. Dieser Zusammenhang wird in der Fachliteratur diskutiert und ist Gegenstand laufender Forschung; er ist derzeit keine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Aussage, sondern ein plausibler, mechanistisch begründeter Erklärungsansatz dafür, warum beide Vitamine häufig gemeinsam eingenommen werden.

  • Eine Kapsel in der Hand Bioverfügbarkeit von Vitamin D3 und Vitamin K2

    Bioverfügbarkeit: worauf es bei MK-7 ankommt

    Bei Vitamin K2 in Form von MK-7 entscheidet vor allem die Isomerenform über die biologische Wirksamkeit – unabhängig davon, ob das MK-7 fermentativ (z. B. aus Natto) oder synthetisch hergestellt wurde. Eine randomisiert-kontrollierte Studie verglich synthetisches MK-7 mit fermentativ gewonnenem MK-7 sowohl hinsichtlich der Aufnahme ins Blut als auch der funktionellen Wirkung auf Osteocalcin und stellte für die untersuchte, überwiegend all-trans-konfigurierte synthetische Form Bioäquivalenz zum fermentativen MK-7 fest. Entscheidend für die Qualität eines Präparats ist also weniger die Herkunft als der Anteil der biologisch aktiven all-trans-Form.

  • Studienergebnisse

    - EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on health claims related to vitamin D and bone/teeth, calcium and phosphorus absorption, blood calcium, cell division. EFSA Journal, 2009 → Link: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2009.1227
    - EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on health claims related to vitamin D and immune system, muscle function. EFSA Journal, 2010 → Link: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.2903/j.efsa.2010.1468
    - EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on vitamin D and risk of falling. EFSA Journal, 2011→ Link: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2011.2382

    - EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on health claims related to vitamin K and bone, blood coagulation. EFSA Journal, 2009 → Link: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2009.1228

    - Møller, M. et al. Bioavailability and chemical/functional aspects of synthetic MK-7 vs fermentation-derived MK-7 in randomised controlled trials. International Journal for Vitamin and Nutrition Research, 2016 → Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27374276/



    Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.